Dienstag, 31. Oktober 2017

Halloween-Takeover Marie und Aetherseelen

Marie und Aetherseelen

Was starrst du mich so an? Hast du noch nie eine Katze gesehen? Oder eine Verdorbene? Ja, dann musst du wirklich vom Schuss leben.
Wir armen Leute, wir haben es da nicht so gut. Wir leben natürlich genau am Fluss, wo der Aethernebel uns alle erwischt und wo die Reichen nicht mehr leben wollen. Genau aus diesem Grund.
Ich war mal ein ganz normales Mädchen, das sich wie die meisten Kinder in Wiesbaden, die in den ärmlichen Stadtvierteln wohnten, durch ein bisschen Betten aufschütteln, ein paar Botengänge für fremde Leute und den einen oder anderen Taschendiebstahl über Wasser gehalten hat. Dann kam ich in diesen furchtbaren Nebel, litt unsägliche Schmerzen und seitdem habe ich Katzenohren und einen Schwanz. Und außerdem ziemliche Krallen, also pass auf, was du sagst!
Inzwischen bin ich Schatzsucherin. Ich grabe überall dort herum, wo sich die Menschen nicht mehr hintrauen und wo man darum die Verdorbenen hinschickt. Meine Beute muss ich allerdings abgeben und ich weiß genau, dass man mich regelmäßig über den Tisch zieht dabei!

Wie ich zu einer Verdorbenen geworden bin? Ich sags ja, du musst wirklich abgelegen leben, um das nicht mitzubekommen. Vor ein paar Jahren hat es angefangen, dass vom Fluss grüner Nebel aufgestiegen ist, den haben dann irgendwelche Wissenschaftler Aether genannt, weil was weiß ich, ist ein Name wie jeder andere.
Und irgendwann haben wir armen Leute mitbekommen, dass dieser grüne Nebel gefährlich ist. Aber so richtig. Wenn er jemanden erwischt hat, hat er gruselige Dinge mit den Menschen gemacht. Manche sind zu Wölfen geworden oder konnten auf einmal fliegen.
Und ich, naja, ich habe mich mit anderen Kindern geprügelt und mir ist dabei das Geld, das ich für meine Familie verdient habe, über die Mauer am Fluss runtergefallen, an den Kieselstrand, wo früher immer Gänse und Enten herumstolziert sind. Und entweder ich hole das oder meine Geschwister kriegen nix zu essen, also bin ich runter. Und dann kam der Nebel, hat mich geschnappt und mir unfassbar wehgetan.
Als ich keine Schmerzen mehr hatte, hatte ich dafür die Katzenpfote hier und den Schwanz und alles. Aber mein Geld war weg und meine Eltern haben vermutlich gedacht, ich bin tot. Ich bin nie mehr zu ihnen zurück, weil ich dachte, als Verdorbene werde ich sowieso nur eingefangen und getötet. Ich wollte nicht, dass sie den Ärger haben.

Meine Geschichte findet sich in der Anthologie „Aetherseelen“ aus der „Edition Roter Drache“. Sie gehört in die Aetherwelt, die von der Autorin Anja Bagus geschaffen wurde. In „Aetherseelen“ wagen mehrere andere Autorinnen und Autoren ihre eigenen Ausflüge ins Reich des Aethers und so entstand auch meine Geschichte.

Klappentext:
In der Nacht auf Allerseelen stellt man Kerzen auf Gräber. Es ist die Nacht, in der die Pforten zum Jenseits weit offen stehen.
Aber welches Jenseits?
Himmel oder Hölle oder gibt es gar noch mehr?
In dieser Nacht kann viel geschehen, vor allem, seit der Æther – dieser grüne Nebel, aus dem Wesen aus Mythen und Legenden entsteigen – die Welt noch unberechenbarer gemacht hat.
Zwölf Autoren mit insgesamt vierzehn Geschichten haben über diese besondere Nacht geschrieben.

Mystisch, gruselig und andersweltlich.

Meine Geschichte stammt von Katherina Ushachov und zeigt mich bei einem ganz besonderen Coup.
Dort kann man sie kaufen: https://www.amazon.de/Ætherseelen-Anja-Bagus/dp/3946425267 oder direkt im Verlagsshop.

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