Samstag, 12. August 2017

#TaniasDaysofAuthors Interview mit Christin Burger

#TaniasDaysofAuthors Interview mit Christin Burger

Schon wieder ist es Zeit für ein neues Interview von „TaniasDaysofAuthors“. Dieses Mal mit einer ganz besonderen Autorin, denn ich durfte Christin Burger interviewen, eine Autorin deren Bücher ich verschlungen habe. Sie hat die „Im Kreis der Sieben“ Trilogie geschrieben und die Rezensionen zu den Büchern findet ihr im Laufe des Tages auf meinem Blog!

Also los gehts! Hallo Christin, danke nochmals, dass ich dich heute interviewen darf! Stell dich doch kurz vor und erzähl uns ein bisschen was über dich! 

Erst einmal tausend Dank, dass ich Teil dieser tollen Aktion bin! Ich bin mittlerweile 42, lebe im schönen Schwarzwald mit Mann und Katzen und schreibe jeden Tag, was mich unfassbar glücklich macht. Für den Ausgleich gehe ich gerne wandern, spiele Klavier und treffe mich so oft es geht mit Freunden. Früher habe ich viel gelesen, aber seit ich so viel schreibe wie im Moment, geht abends nur noch Hörbuch, was natürlich auch Spaß macht. Für meinen großen Lebenstraum dürft ihr mir die Daumen drücken: Ich träume von einem Haus im Wald, in dem ich nicht nur schreibe, sondern in das ich auch andere Autoren/innen einlade und wir in Workshops und Seminaren zusammenarbeiten. Ich bin also Autorin, Sterneguckerin, Tierliebhaberin, Musikliebhaberin und immer neugierig, was Leben noch so alles zu bieten hat.

Wie hast du denn zum Schreiben begonnen bzw. wann hast du deine ersten Versuche als Autorin gemacht
Ich habe, wie so viele Kollegen/innen, als Kind angefangen, Geschichten auf der Schreibmaschine zu tippen. Für meine Mutter habe ich kleine Romane gebastelt und tatsächlich hat sich einer dieser Romane heute zu einem Buch weiter entwickelt (Teil 2 meiner Trilogie). Mit circa 15 habe ich dann aufgehört und das Schreiben erst sehr viel später wieder entdeckt. Meine allererste Geschichte ging um einen Prinzen, der seine Prinzessin erobern kann, in dem er besonders gut darin ist, Patiencen zu legen. Aus dieser Idee habe ich aber zum Glück keinen Roman gemacht *grins*.

Gibt es etwas oder jemanden das/der dich beim Schreiben besonders inspiriert oder motiviert?
Auf jeden Fall mein Mann, der mich in Sinnkrisen immer wieder auffängt und mich auch mal aus dem Schreiballtag rausreißt. Und meine Kollegen, mit denen mich oft eine Freundschaft verbindet. Das gegenseitige Mutmachen und beim Plotten helfen ist so wichtig für meine Arbeit. Ohne meine Kollegen hätte ich das nicht geschafft.

Hast du einen Ort an dem du besonders gerne schreibst? 
Ganz langweilig: Mein Schreibtisch. Da ist alles in Reichweite, was ich brauche. Ideensammeln tue ich allerdings beim Wandern und beim Schlafen.

Gab es ein einschneidendes Erlebnis das dich als Autorin geprägt hat? 
Da gibt es bestimmt einige. Aber als erstes gedacht habe ich jetzt an meine erste Lesung mit „Im Kreis der Sieben“. Ich dachte im Vorfeld, ich kriege einen Herzinfarkt, weil ich so nervös war. Dann, beim Lesen, bin ich wieder so eingetaucht in die Geschichte. Und der Blick in die Gesichter der Zuhörer ließ mich erkennen, dass sie voll dabei sind. Dass ich sie wirklich mitreißen kann. Das war ein besonderer Moment, der mir gezeigt hat, dass man als Autorin nicht allein ist, sondern durch die Geschichten mit anderen verbunden wird. Ein tolles Gefühl!

Erst vor kurzem ist der letzte Teil deiner Trilogie erschienen „Im Kreis der Sieben – Kristalle“. Wie sehr hast du der Veröffentlichung des Finales entgegengefiebert? 
Ich gestehe: Ich war zu diesem Zeitpunkt dermaßen im Stress, dass ich es nicht mehr erwarten konnte! Ich wollte endlich alle drei Bücher in der Hand halten und sie im Buchregal angucken. Ich war so erschöpft, aber auch so glücklich, weil ich das Gefühl hatte, das jedes Buch für sich steht. Aber es war auch Angst dabei. Da viele den zweiten Teil so gelobt hatten, hatte ich die Sorge, dass der dritte Teil abfallen könnte. Den Reaktionen nach zu urteilen ist das aber nicht der Fall. Puh! Es ist für mich aber immer zweischneidig, einen Roman zu veröffentlichen. Vorher gehört er nur mir – und vielleicht noch meinem Lektorat-Team. Wenn er veröffentlicht ist, ist bei mir auch immer eine Art Abschiedsschmerz dabei...

Du weißt ja, dass ich einen ganz besonderen „Lieblingscharakter“ in deiner Reihe gefunden habe 😉 Deshalb meine Frage: Wie kommst du auf die Ideen zu deinen Charakteren? 
Hihi, ja, da haben wir den gleichen Lieblingscharakter :) Besonders dieser spezielle Charakter kam während eines Spaziergangs zu mir. Mein erster Band behandelt ja eine Reise ins Totenreich und ich hatte beim Spaziergang überlegt, was meiner Heldin da als erstes begegnet – und plötzlich hatte ich dieses riesige Auge vor mir, das völlig verwirrt durch die Gegend guckt. Ich musste lachen und dachte: Das wird mal alles richtig abgefahren.  Meine Figuren sind oft auf diese Weise plötzlich da. Ich kann gar nicht sagen, wann der erste Moment war, an dem ich an sie gedacht habe. Aber wenn sie einmal angekommen sind, gehen sie nicht mehr.

Und natürlich habe ich auch ein bisschen auf deiner Website gestöbert. Uuuuund ich bin auch fündig geworden: Du schreibst nicht nur Jugendbücher, sondern auch Bücher für Erwachsene und für Kinder! Willst du uns ein bisschen was darüber erzählen wie es ist für so verschiedene Altersgruppen zu schreiben? 
Mir macht es riesig Spaß, an verschiedenen Projekten zu arbeiten. Wobei ich mittlerweile merke, dass ich in der Kinder-und Jugendecke sehr gut aufgehoben bin. Meine beiden ersten Veröffentlichungen habe ich mit Kolleginnen für Bastei Lübbe geschrieben („Stück für Stück ins Glück“ und „Zwei Herzen und ein Weihnachtswunder“). Das Tolle daran war, dass wir uns zum Plotten der Geschichte getroffen haben und dann jeder seinen Part geschrieben haben. Danach ging es ans Gegenlesen und gegenseitig Editieren, ehe wir es dann zum Verlag gegeben haben. Diese Zeit war unfassbar lehrreich für mich. Es hat viel Spaß gemacht, aber man lernt auf diese Weise auch, Kritik konstruktiv abzugeben und vor allem: anzunehmen. Meine Bilderbücher („Paul und Konopke“ und „Taube und Schnabi“) sind absolute Herzensprojekte und mittlerweile bin ich oft in Kindergärten und Schulen unterwegs, um dort zu lesen. Mit Kindern zu arbeiten ist einfach toll und verbindet mich mit meiner ursprünglichen Ausbildung als Erzieherin. Außerdem ist es total irre, wenn man sich eine Geschichte ausdenkt und jemand anderes zeichnet dann die Bilder dazu. Erweckt die Geschichte sozusagen zum Leben. Wunderbar! Auch beim Fernsehen schreibe ich sowohl für Erwachsenen Formate und für eine Kinderserie. Ich liebe beides! Ein typischer Zwilling bin ich wohl 

Du hast bis jetzt sowohl als Selfpublisherin, als auch als Verlagsautorin veröffentlicht. Ich finde diese Frage bei Autoren immer sehr spannend deswegen muss ich sie stellen: Was ist dir denn lieber bzw. welche Vor- & Nachteile haben beide Möglichkeiten aus deiner Sicht? 
Ich habe sehr damit gehadert, dass ich für meine „Im Kreis der Sieben“-Reihe keinen Verlag gefunden hatte. Ich war kurz davor, alles hinzuschmeißen, weil ich dachte: Die haben doch bestimmt recht! Wobei viele Absagen kamen, weil in der Zeit Geschichten über Vampire veröffentlicht wurden und in meinen Büchern keine vorkommen. Ich wusste damals nicht, dass viele Verlage mit ihrem Programm recht eingeschränkt sind. Aber mein Roman musste auch noch weiter wachsen, weshalb ich heute dankbar bin, dass ich niemanden gefunden habe und gezwungen war, die Bücher selbst auf den Markt zu bringen. Was ich seit dem gelernt habe, ist unfassbar! All die Kollegen, mit denen ich jetzt vernetzt bin, die vielen Leser/innen und Blogger/innen – als Verlagsautorin wäre ich niemals so direkt in Kontakt mit all diesen Menschen gekommen.  Ich trage selbst die Verantwortung für ein gutes Lektorat, ich entscheide selbst, wie das Cover aussieht, ich kann mitverfolgen, wann Bücher gekauft werden, es ist einfach nur aufregend. Natürlich ist es kostenintensiv und mein Einkommen deckt noch nicht die Kosten. Aber das war mir im Vorfeld klar. Es ist eben mein Traum, und für den tue ich alles. Mit Freude. Bei den Verlagsprojekten musste ich auch die Erfahrung machen, dass in Sachen Werbung und Marketing so gut wie nichts geschieht. Das ist natürlich nicht bei jedem so und schon gar nicht bei den großen, erfolgreichen Namen. Aber für mich war diese Erfahrung sehr frustrierend. Ich bin jetzt sehr stolz auf die Reihe, zumal die Rezensionen mir berichten, dass es eben eine „etwas andere Fantasyreihe“ ist. Das wollte ich immer erschaffen. Aber das hat die Verlagssuche auch erschwert. Dafür kann ich aber wohl mit gutem Gefühl behaupten, dass meine Reihe etwas aus dem Rahmen fällt. Und das freut mich ehrlich gesagt...

Gibt es aktuelle „Buchprojekte“ an denen du gerade arbeitest?  
Ich arbeite an dem zweiten Teil von „Paul und Konopke“, und ich schreibe ab Herbst an meinem nächsten Roman. Diesmal keine Reihe. Bisher weiß ich nur, dass es um einen Heißluftballon geht 

Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst? 
Es ist ganz gemischt bei mir. Die echte Geschichte entblättert sich bei mir beim Schreiben. Ich sehe sie wie einen Film vor mir und schreibe sie auf. Da passieren ständig Sachen, mit denen ich selbst nicht gerechnet hätte. Deshalb plane ich zwar, werfe dann aber beim Schreiben alles über Bord. Da bin ich offen für alles. Sobald es mir beim Schreiben langweilig wird, langweilt es auch den Leser. Deshalb landen schon mal ganze Kapitel im Müll. Aber das ist wie beim Entrümpeln: Erst kann man sich schwer trennen – und dann ist es eine Erleichterung. Die Vorstellung, dass ich irgendeine Form von Kontrolle über meine Geschichten hätte, habe ich lange aufgegeben! Und so macht das Schreiben auch viel mehr Spaß.

Was ist für dich als Autorin das größte Kompliment von Lesern? 
Wenn sie das Buch in einem Rutsch verschlingen. Das ist ein Wahnsinnsgefühl!

Wir haben ja schon öfter geschrieben, was mir persönlich immer viel Spaß gemacht hat. Ist dir der Kontakt mit Bloggern/Lesern/Autoren sehr wichtig? 
Für mich ist der Kontakt total wichtig. Die Leser dabei zu erleben, wie sie in die Welten eintauchen und was sie dabei beschäftigt, das ist so spannend. Und durch jede Begegnung entsteht dann wieder etwas Neues. Entweder kriege ich auch ein Buch in die Hand, oder man plant ein Projekt zusammen wie wir jetzt... ich war natürlich unendlich froh, dass dir die Reihe auch gefällt J Und wenn man dann auch noch gemeinsame Lieblingsfiguren hat, kommt bei mir gleich ein Gefühl von Gemeinschaft auf. Ich dachte ja immer, dass ich als Autorin eher alleine dastehe. Ich hätte nie gedacht, dass sich so ein Netzwerk aufbaut und so ein reger Austausch stattfindet. Das ist ein Vorteil von all den Möglichkeiten, die wir heute haben! Es kostet natürlich auch Zeit und während eines Schreibprozesses klinke ich mich auch mal aus. Diese Zeit ist dann genauso wichtig und intensiv. Aber ich bin immer froh, wieder in den Austausch zu treten.

Gibt es ein lustiges Erlebnis, dass dir als Autorin besonders im Kopf geblieben ist? Oh ja! Für meinen zweiten Teil habe ich in einem Planetarium in Berlin recherchiert. Ich hatte mich dort bei einer Wissenschaftlerin für ein Interview angemeldet und ihr gesagt, dass ich für einen Fantasyroman recherchiere. Ich wollte von ihr wissen, ob es rein theoretisch möglich ist, dass es in unserer Galaxie weitere, bewohnte Planeten gibt. Oder ob man damit nur außerhalb unserer Galaxie rechnet. Hier der darauffolgende Wortwechsel: Sie: „Also, andere Erden haben wir noch nicht gefunden.“ Ich: „Das ist mir klar. Aber wäre es in unserer Nähe theoretisch möglich?“ Sie: „Wie sollen Ihre Figuren denn da überhaupt hinkommen?“ Ich: „In meiner Geschichte werden Sie dorthin gebeamt.“ Sie (völlig ernst): „Also, beamen können wir noch nicht.“ Ich: „Ich weiß. Es ist ja auch ein Fantasyroman.“ Sie: „Kommen Sie bitte wieder, wenn Sie sich besser vorbereitet haben.“ Es war einfach herrlich. Da sind zwei Welten aufeinander geprallt, die konnten sich nicht finden 

Deine Facebookseite verfolge ich immer sehr aktiv :D Aber auch dein Instagram Profil, hast du noch andere Social Media Profile? Und, Hand aufs Herz, welches Netzwerk ist dein liebstes?  
Da hast du schon alle entdeckt, die ich habe. Diese beiden Netzwerke nutze ich regelmäßig. Alles andere wäre mir echt zu viel, da passiert ja schon so viel, auf diesen beiden Plattformen! Besser kommunizieren kann ich tatsächlich auf Facebook. Da bin ich auch in einigen Gruppen aktiv. Auch wenn ich der Datengeschichte sehr kritisch gegenüberstehe und ich es absolut hasse, wenn mein Kalender im Rechner plötzlich die Geburtstage der Facebookfreunde anzeigt. Das finde ich unheimlich. Aber es gehört leider dazu, wenn man in der Öffentlichkeit aktiv ist. Hier bin ich auf Facebook: https://www.facebook.com/ChristinBurgerAutorin/?ref=aymt_homepage_panel

Und hier ist meine „Paul und Konopke“-Seite: https://www.facebook.com/PaulundKonopke/

Findest du, dass es als Autorin wichtig ist, in sozialen Medien vertreten und aktiv zu sein? Hat es deiner Meinung nach Einfluss auf den Erfolg eines Romans? 
Bevor ich Romane veröffentlicht habe, war ich ehrlich gesagt ein ziemlicher Gegner davon. Aufgrund der wie schon angemerkten Datengeschichten. Ich habe dann zögerlich eine Autorenseite auf Facebook aufgemacht, weil mir klar war, dass ich ohne öffentlichen Auftritt keine Leserschaft finde. Ich hätte nicht gedacht, was mich da an Positivem erwartet. Wie viel Hilfe und Unterstützung man als Autorin findet, wie schön es ist, angeschrieben zu werden, um über das eigene Buch ins Gespräch zu kommen. Für mich ist es also sehr wichtig, in sozialen Medien vertreten zu sein. Ich glaube, sonst hätte schlicht niemand mitbekommen, dass es meine Romane überhaupt gibt...

So und zum Abschluss noch eine offene Frage: Gibt es irgendetwas was du mir und den Lesern noch erzählen oder mitteilen möchtest? 
Ich will einfach nur Danke sagen. Besonders Bloggerinnen wir dir! Ich weiß, wie viel Arbeit und Mühe Ihr in Eure Seiten steckt und wie viele Gedanken Ihr Euch um Bücher macht. Ihr macht das ganze Autorendasein so lebendig und das finde ich einfach toll!

Und jetzt nochmal Dankeschön für das Interview Christin!











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