Samstag, 22. Juli 2017

#TaniasDaysofAuthors Interview mit Emilia Fuchs

#TaniasDaysofAuthors mit Emilia Fuchs

Endlich ist es wieder soweit! Ein neues Autoreninterview ist angesagt :D Diesmal mit der lieben Autorin Emilia Fuchs. Ich freu mich sehr, dass sie sich die Zeit genommen hat um meine Fragen zu beantworten. Wem der Name vielleicht nicht direkt auf Anhieb etwas sagt, der kann vielleicht mit „Ein Jahr zum Leben“ mehr anfangen, das ist nämlich der Titel ihres bereits veröffentlichten Buches!


Hallo Emilia! Danke nochmals, dass ich dich heute interviewen darf! Stell dich doch kurz vor und erzähl uns ein bisschen was über dich! 
Also ich schreibe seit ungefähr einem Jahr als Vollzeitautorin mit zwei Pseudonymen. Aus dem einfachen Grund, weil meine Genres sich in ihrer Zielgruppe sehr unterscheiden und ich deshalb beschlossen habe es ein bisschen zu trennen. Emilia Fuchs richtet sich an junge Erwachsene und bewegt sich im Bereich Fantasy- und Liebesromane. Mit Julie Renard dagegen schreibe ich homoerotische Liebesromane, die eher eine ältere Zielgruppe ansprechen. Allerdings achte ich bei all meinen Büchern darauf auch ernstere Themen anzusprechen. Das kann die Blutspende, Selbstfindung oder auch Homophobie an Schulen sein. Ich arbeite für zwei verschiedene Verlage, dem Carlsen Impress und dem Cursed Verlag. Angefangen habe ich aber als Selfpublisher. Ansonsten gibt es nicht so viel Spannendes über mich zu erzählen, glaube ich. Ich lese auch privat unglaublich gerne und viel. Durch die Arbeit meines Mannes ziehe ich sehr oft um, was ich eher genieße, als das es mich stört, da ich daraus meine Inspiration schöpfe und viele neue Leute kennenlerne. Ich bin generell ein offener Mensch, zudem sehr ehrgeizig. Hobbys habe ich sehr viele, der Tag aber leider nur 24 Stunden, daher kommen sie leider oft zu kurz. Das Zeichnen gehört aber auf jeden Fall dazu.

Wie hast du denn zum Schreiben begonnen bzw. wann hast du deine ersten Versuche als Autorin gemacht?  
Also ich gehöre definitiv nicht zu der Fraktion Autorin, die den Wunsch schon im Kindheitsalter hatte. Aber ich weiß noch, dass ich damals sehr lange und schöne Aufsätze in der Grundschule geschrieben habe und es immer ziemlich cool fand, wenn ich kreativ werden durfte. Ich war schon immer ein eher kreativer Mensch, habe gerne gezeichnet oder öfter Gedichte oder Reden für Geburtstage oder andere Festlichkeiten geschrieben. Und irgendwann kamen mir auch andere Ideen für längere Geschichten. Hinzu kam, dass ich mit meinem gelernten Beruf nicht so glücklich war und nun ja, dann hat es sich einfach ergeben. Ich habe meine Ideen aufgeschrieben, zuerst in Notizen und später auch mehr. Und dann habe ich Nägel mit Köpfen gemacht … und es nicht einen Tag bereut.

Gibt es etwas oder jemanden das/der dich beim Schreiben besonders inspiriert oder motiviert? 
Ich glaube es ist das Leben allgemein, denn das Leben schreibt immer die schönsten Geschichten, finde ich. Es kommt natürlich auch immer ein bisschen darauf an, an was für einer Geschichte ich gerade sitze. Die tollpatschigen Eigenschaften haben meine Charaktere oft von mir, da habe ich für mein Autorenleben sicher genug Material zusammen J Die Grundidee für »Ein Jahr zum Leben« hat sich beispielsweise aus meinen eigenen Erfahrungen mit der Blutspende und einer Freundin an Silvester ergeben.

Hast du einen Ort an dem du besonders gerne schreibst?
Wichtig ist eigentlich nur, dass der Ort ruhig ist und mich niemand stört. Wenn ich dann auch noch einen Internetzugang habe, um uneingeschränkt zu recherchieren und Spotify nutzen zu können (ich vergesse leider oft, die Songs runterzuladen, damit ich kein WLAN brauche), ist es perfekt!

Gab es ein einschneidendes Erlebnis das dich als Autorin geprägt hat?
Mein Debütroman »Ein Jahr zum Leben« war schon zur Hälfte fertig, als ich feststellte, dass der Plot mir überhaupt nicht mehr gefiel. Ursprünglich war geplant die Blutspende in den Vordergrund zu bringen und die Protagonisten sich dort immer wieder treffen und zanken zu lassen. Mir ist die Entscheidung unglaublich schwergefallen, aber das gesamte Skript ist tatsächlich im Papierkorb gelandet und ich habe komplett neu angefangen. Das war hart, aber die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Es war eindeutig eine prägende Entwicklung für mich als Autorin, aber auch als Mensch, meinen Entscheidungen zu vertrauen.

Dein Buch ist Anfang des Jahres erschienen und zwar bis jetzt nur als Taschenbuch, was in der heutigen Zeit ja nicht mehr wirklich üblich ist, wie bist du auf diese Idee gekommen bzw. gab es irgendeinen bestimmten Grund dafür?
Nein, das stimmt nicht so ganz. Das Buch gab es auch als E-Book. Beide Formate hatte ich als Selfpublisher veröffentlicht. Ich musste sie allerdings Anfang Mai aus den Shops nehmen, damit der Verlag die Veröffentlichung der Neuauflage einleiten kann (speziell das E-Book). Daher gibt es bis Anfang August diese kleine Lücke im Shop. Im Übrigen ist das Taschenbuch offiziell auch nicht mehr erhältlich. Das ist nur ein Restbestand bei BoD, glaube ich.

Du hast den ersten Teil deiner Reihe zuerst als Selfpublisherin veröffentlicht und vor kurzem wurde es von „Carlsen Impress“ übernommen, welche Vorteile bzw. Nachteile hat ein Verlag bzw. das Veröffentlichen als Selfpublisher?
Als Selfpublisher kann ich natürlich alle Entscheidungen selbstständig treffen. Das betrifft zum Beispiel auch das Design. Ich hatte das Glück, dass der Verlag mein Coverdesign übernommen hat, aber das ist ja eher die Ausnahme. Beim Verlag hat man Richtlinien, an die man sich halten muss. Aber man bekommt natürlich auch sehr viel Unterstützung, ein professionelles Team um sich, hat immer einen Ansprechpartner und kann sich mit vielen Mitautoren austauschen, was ich persönlich sehr mag.

Wie ist es denn, wenn das eigene Buchbaby, in dem bestimmt auch viel Arbeit steckt, in die große, weite Welt entlassen wird?
Das war wirklich ein komisches Gefühl, aber gleichzeitig auch ein absoluter Glücksrausch. Und es war wirklich unfassbar viel Arbeit, weil ich total selbstkritisch bin. Ich weiß nicht, wie oft ich das Buch inzwischen gelesen habe, weil ich wollte, dass es perfekt ist, wenn der Leser es in der Hand hält (Niemand ist perfekt, ich weiß J). Für den Verlag wurde es auch noch einmal überarbeitet, um das Beste aus dem Text herauszuholen. Das hat irre viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, wie die Änderungen beim Leser ankommen. Bis August ist es ja auch nicht mehr lang …

Außerdem habe ich entdeckt, dass ein zweiter Band von „Ein Jahr zum Leben“ unterwegs ist, wie viele Teile sind denn für diese Reihe geplant?
Aktuell sind drei Teile geplant, aber ich bin für alles offen. Das hängt auch ein bisschen von den Lesern (und natürlich dem Verlag) ab, würde ich sagen. Es gab ein paar Leser, die sich eine bestimmte Person als Protagonistin für einen Band gewünscht haben und sowas geht mir dann natürlich auch durch den Kopf … na ja wir werden sehen ;)

Gibt es aktuelle „Buchprojekte“ an denen du gerade arbeitest? 
Ja! Aktuell arbeite ich am ersten Band meiner High-Voltage-Reihe für mein anderes Autorenpseudonym »Julie Renard«. Das Buch wird zur nächsten Leipziger Buchmesse im Cursed Verlag erscheinen. Da bin ich in den letzten Zügen und danach arbeite ich am nächsten Roman für »Emilia Fuchs«, der voraussichtlich im Februar 2018 bei Carlsen Impress erscheint. Das wird entweder der dritte Band der Jahr-Reihe oder mein erstes Fantasy Projekt. Ich achte generell darauf, meine beiden Pseudonyme immer abwechselnd anzugehen, um Abwechslung in meinen Schreiballtag zu bringen. Außerdem liebe ich beide Genres, die aber eben sehr grundverschieden sind.

Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst?
Zuerst entstehen bei mir immer die Charaktere. Jedes Buch bekommt ein eigenes Notizheft. Darin wandert zunächst immer eine Mind Map, ganz oldschool. Wenn der Charakter mit all seinen Macken steht, schreibe ich den Plot für eine Geschichte. Oft habe ich mir aber schon einzelne Notizen zu Settings, Handlungssträngen oder einzelnen Szenen gemacht. Das mache ich immer zwischendurch und baue es dort ein wo es passt. Vieles entwickelt sich bei mir erst beim Schreiben. Leider wird dadurch oft der Plot nochmal durcheinander gewürfelt, aber das gehört dazu.

Was ist für dich als Autorin das größte Kompliment von Lesern?
Wenn Leser mir schreiben, dass meine Geschichte authentisch war, sie berührt hat oder für ein paar Stunden aus dem schnöden Alltag fliehen lassen konnte. Außerdem mag ich es, wenn Leser mir sagen, dass einzelne Szenen sie zum Lachen gebracht haben. Meist sind mir diese Sachen dann wirklich passiert, daher ist es auch sehr persönlich. Aber man muss auch über sich selbst lachen können, oder nicht? J

Du hast eine sehr schöne Facebookseite. Hast du diese erstellt bevor oder nachdem du dein erstes Buch veröffentlicht hast?
Dankeschön! Die habe ich mir erstellt, als mein Buch fast fertig war. Das war eine enorme Umstellung für mich mit den sozialen Netzwerken, denn privat nutze ich sie gar nicht. Da bin ich ganz altmodisch. Aber man gewöhnt sich an alles und es macht Spaß die Seite zu pflegen und meine Leser mit ganz bestimmten Meilensteinen bei aktuellen Projekten oder meinem Autorendasein zu füttern. Zu privat werde ich dort allerdings nicht, es sei denn es hat mit meinem Schreibprozess oder indirekt mit meinen Büchern zu tun. Aktuell zum Beispiel bin ich in Schweden und Norwegen unterwegs. Da mein zweites Buch in Schweden spielt, gibt es da dann auch mal ein Foto. Ich denke mir immer, dass ich niemanden mit meinem Kram langweilen will, aber irgendwie interessiert es ja meist doch, daher mache ich es gerne.

Gibt es ein lustiges Erlebnis, dass dir als Autorin besonders im Kopf geblieben ist?
Eine Lesern schrieb mir mal, dass sie eine Szene in meinem Buch zwar lustig, aber etwas inszeniert fand. Lustigerweise ist mir das aber tatsächlich passiert und war daher wohl alles andere als inszeniert ;) Das habe ich ihr auch geschrieben. Allerdings weiß ich nicht, ob sie mir geglaubt hat. Nur so viel: Die Angst vor Clowns (die wirklich panische Sorte von Angst wohlbemerkt!) hat Eve von mir.

Bist du auch in anderen sozialen Medien als Autorin aktiv? 
Ich bin nur über Facebook oder per E-Mail erreichbar. Allerdings bin ich gerade dabei, mir eine eigene Autorenseite zu erstellen. Meist kommt mir das Schreiben dazwischen und dann schiebe ich es vor mir her, aber ich mache es wirklich noch … morgen.
Übrigens mag ich auch den persönlichen Austausch zwischen Autor und Leser sehr, weshalb ich stets versuche zu den Buchmessen zu fahren und mich mit Lesern auszutauschen. Vielleicht sehe ich ja das ein oder andere Gesicht auf der FBM im Oktober? Würde mich sehr freuen!

Findest du, dass es als Autorin wichtig ist, in sozialen Medien vertreten und aktiv zu sein? Hat es deiner Meinung nach Einfluss auf den Erfolg eines Romans?
Ja, es ist enorm wichtig. Ich glaube, man muss dort aktiv sein, um eine gewisse Reichweite zu bekommen und sich und seine Bücher den Lesern vorzustellen. Heutzutage läuft eben vieles »on Demand« und ist daher für den Verbraucher nicht mehr direkt greifbar. Daher ist eine Homepage oder die Vernetzung in sozialen Netzwerken oft der einzige Weg eine Verbindung zwischen Leser und Autor herzustellen. Zudem finde ich es so auch viel einfacher, Kritik oder Herzenswünsche von Lesern zu berücksichtigen, weil man als Autor nicht mehr so unnahbar ist. Umgekehrt ist es für den Leser einfacher, Kritik oder Ähnliches dem Autor gegenüber zu äußern und sich mit der erschaffenen Welt und dem Schöpfer dahinter verbundener zu fühlen. Zumindest geht mir das so, denn ich bin ja nicht nur Autor, sondern gleichzeitig auch Leser.

So und zum Abschluss noch eine offene Frage: Gibt es irgendetwas was du mir und den Lesern noch erzählen oder mitteilen möchtest?
Ich möchte meinen Lesern einfach Danke sagen! Ohne euch könnte ich diesen wunderschönen Beruf nicht ausüben. Ich hoffe, dass ich euch noch sehr lange mit romantischen, lustigen und abenteuerlichen Geschichten verzaubern darf und ihr euch mit diesen identifizieren könnt, sie euch aber manchmal auch über den Tellerrand schauen lassen oder zum Nachdenken anregen. Und: Lasst euch nie unterkriegen oder von euren Träumen abhalten. Jedes Mal, wenn euch jemand sagt, dass ihr etwas nicht schaffen könnt, schöpft daraus Kraft und Motivation genau diesen Leuten in den Hintern zu treten und euer Ding zu machen.
Oder wie meine Protagonistin Eve sagen würde: Bereue nichts, was du getan hast, wenn du glücklich dabei warst!

Danke für das Interview liebe Emilia!











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